Vorsorgeregelungen- und Pflegerecht

Was passiert, wenn man z.B. nach einem Unfall oder durch eine Krankheit nicht
mehr in der Lage ist, seine persönlichen Angelegenheiten selbst zu regeln?

Können nicht Ehepartner, Kinder oder andere Angehörige sich um diese Dinge kümmern? 

Was passiert, wenn eine völlig fremde Person eingeschaltet wird? Wird man dann „entmündigt“?

Beide Annahmen sind so nicht richtig. Denn auch Kinder oder Ehegatten dürfen nicht einfach für den Partner oder die Eltern handeln.

Wenn man nicht rechtzeitig die nächsten Angehörigen oder andere Vertrauenspersonen bevollmächtigt, muss das Amtsgericht eine gesetzliche Betreuung einrichten. Dies entspricht allerdings nicht dem, was man früher unter „Entmündigung“ verstanden hat.

Das Selbstbestimmungsrecht soll so gut wie möglich gewahrt werden. Wird vom Gericht ein Betreuer bestellt, kann er nur in dem gerichtlich festgelegten Umfang handeln und muss dabei auch die Wünsche des Betroffenen beachten. 

Rechtzeitige Vorsorge allerdings macht eine selbstbestimmte Lebensführung möglich und stellt sicher, dass alle persönlichen Wünsche auch beachtet werden.

Mit der Vorsorgevollmacht kann man einer anderen Person die Wahrnehmung einzelner oder aller Angelegenheiten für den Fall übertragen, dass man die Fähigkeit selbst zu entscheiden einbüßt. Der Bevollmächtigte kann dann handeln, ohne dass es weiterer Maßnahmen bedarf. Das Gericht wird nur eingeschaltet, wenn es zur Kontrolle des Bevollmächtigten erforderlich ist. Die Vorsorgevollmacht ermöglicht so ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit. 

Mit der Betreuungsverfügung kann jeder schon im Voraus festlegen, wen das Gericht als Betreuer bestellen soll, wenn es ohne rechtliche Betreuung nicht mehr weitergeht. Genauso kann bestimmt werden, wer auf keinen Fall als Betreuer in Frage kommt. Möglich sind auch inhaltliche Vorgaben für den Betreuer, etwa welche Wünsche und Gewohnheiten respektiert werden sollen oder ob im Pflegefall eine Betreuung zu Hause oder im Pflegeheim gewünscht wird. 

In der Patientenverfügung kann man vorab über das Ob und Wie medizinischer Maßnahmen entscheiden. Wer nicht möchte, dass andere über die medizinische Behandlung entscheiden, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist, kann durch Patientenverfügung festlegen, ob bei konkret beschriebenen Krankheitszuständen bestimmte medizinische Maßnahmen gewünscht oder nicht gewünscht sind. Seit September 2009 ist die Patientenverfügung gesetzlich verankert. 
Eine Patientenverfügung abzufassen ist nicht einfach und vor allem sollte man sich genügend Zeit dafür nehmen. 
Seit dem 06.07.2016 hat der BGH festgelegt, dass eine Patientenverfügung so detailliert wie möglich verfasst sein muss, außerdem muss erkennbar sein, dass sich der Patient ernsthaft mit der Verfügung auseinander gesetzt hat.

Wir beraten Sie gern über Ihren persönlichen Bedarf und sind Ihnen bei der Abfassung einer Patientenverfügung behilflich. 

Die Kanzlei Wieg betreut Sie in allen Vorsorgeangelegenheiten umfassend, unser Notariat kann etwaig notwendige Beurkundungen kurzfristig vornehmen.